Qualitätskriterien für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement

Wissenschaftliche Standortbestimmung

Das Projekt "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt - Wissenschaftliche Standortbestimmung" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zielt darauf ab, psychische Belastungsfaktoren in den Themenfeldern "Arbeitsaufgabe", "Führung und Organisation", "Arbeitszeit", "Technische Faktoren", "Gestaltungsansätze" und "Psychische Gesundheit“ zu analysieren und zu bewerten.

Im Ergebnis konnten die Zusammenhänge von mehr als 20 Arbeitsbedingungsfaktoren mit psychischen Störungen, Muskel-Skelett- und Herz-Kreislauferkrankungen, dem Befinden, Beschwerden und der Leistung analysiert und beschrieben werden. In der Mehrzahl traten konsistente Zusammenhänge zwischen den Arbeitsbedingungsfaktoren und der psychischen Gesundheit auf, die eine Einteilung der Arbeitsanforderungen in Stressoren und Ressourcen erlauben. Die gewonnenen Befunde zeigen, dass die einzelnen Arbeitsbedingungsfaktoren unterschiedlich bedeutsam für die Gestaltung sind.

psyGA-Qualitätsmodell

Im Rahmen von psyGA wurden Kriterien für ein qualitatives betriebliches Gesundheitsmanagement entwickelt.

Das Modell ordnet Kriterien den betrieblichen Strukturen, den Prozessen oder den Ergebnissen zu. Die Kriterien wurden in drei Bereiche eingeteilt:

  • Unternehmenskultur und betriebliche Gesundheitspolitik
  • Führung, Arbeitsorganisation und Gesundheitsförderung
  • Führung, Gesundheit, Identifikation und Geschäftsergebnisse

Unternehmenskultur und betriebliche Gesundheitspolitik

Das Unternehmen entwickelt eine wertschätzende Vertrauenskultur, zieht die Beschäftigten in alle Fragen der Gestaltung der Arbeitsbedingungen mit ein und stellt Strukturen bereit, welche die psychische Gesundheit der Beschäftigten fördern.

  • Gesundheitsförderliche Unternehmenskultur
  • Betriebliche Personal- und Gesundheitspolitik
  • Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten, Aufgaben, Abläufe und Ressourcen
  • Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote
  • Wandel

Anhand dieser Kriterien wird geprüft, wie Unternehmen ihre Beschäftigten bei der Gestaltung von Arbeitsbedingungen beteiligen und auf diese Weise die Entwicklung einer Vertrauenskultur ermöglichen.

Sicher geregelte Beteiligungsmöglichkeiten geben Beschäftigten Handlungsspielräume und bilden gleichzeitig eine wichtige Gesundheitsressource. Das schließt sowohl repräsentative Interessenvertretungen als auch alle Formen der direkten Beteiligung von Mitarbeitern mit ein.

Darüber hinaus beinhaltet der Kriterienbereich die Qualitätsanforderungen, die an betriebliche Regelungen und Ressourcen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Beschäftigten gestellt werden können.

Führung, Arbeitsorganisation und Gesundheitsförderung

  1. Betriebliche Rahmenbedingungen der Mitarbeiterführung / Arbeitsorganisation
  2. Mitarbeiterorientierte Führung
  3. Förderung der psychischen Gesundheit / Handlungsfelder
  4. Ausrichtung an einem ganzheitlichen Ansatz

Dieser Kriterienbereich prüft die Qualität der existierenden Prozesse und Maßnahmen:

  • Wie ist die Qualität der Prozesse zur Sicherstellung und Weiterentwicklung einer mitarbeiterorientierten Führung?
  • Wie sieht es mit den betrieblichen Rahmenbedingungen aus?
  • Wie ist die Qualität des individuellen Führungsverhaltens?
  • Wie sieht es im Weiteren mit den betrieblichen Maßnahmen der Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgung hinsichtlich der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz aus?

Grundlage der hohen Qualität ist die Sicherstellung eines systematisch betriebenen Verbesserungsprozesses. Dieser beruht auf regelmäßigen Analysen, davon abgeleiteten überprüfbaren Zielen und einer Auswertung umgesetzter Maßnahmen im Bereich der Förderung der psychischen Gesundheit.

Zu den Fördermaßnahmen gehören auch Angebote für betroffene und gefährdete Beschäftigte. Dabei sollen sich die Maßnahmen sowohl auf eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen als auch auf Angebote zur Verbesserung des Verhaltens beziehen.

Führung, Gesundheit, Identifikation und Geschäftsergebnisse

Unternehmen können positive Ergebnisse in der Qualität der mitarbeiterorientierten Führung, als auch in der Entwicklung der psychischen Gesundheit belegen. Außerdem lässt sich ein positiver Beitrag zu den Geschäftsergebnissen begründet darstellen.

  • Ergebnisse im Bereich der Qualität der Führung
  • Ergebnisse im Bereich der psychischen Gesundheit
  • Ergebnisse im Bereich der Identifikation der Mitarbeiter und ihre Engagements
  • Beitrag zur Entwicklung der Geschäftsergebnisse