Anruf genügt – psychologische Beratung für Mitarbeitende in KMU

| Neues aus dem Projekt

In vielen Großunternehmen gibt es sie längst: sogenannte Mitarbeiterunterstützungsprogramme (Employee Assistance Programs) zur niedrigschwelligen Beratung von Beschäftigten bei gesundheitlichen, beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. In der Region Rhein-Neckar sollen künftig verstärkt auch Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen sowie in Verwaltungen bei Problemen eine psychologische Beratung durch qualifizierte Fachberaterinnen und -berater in Anspruch nehmen können.

Um das Ungleichgewicht gegenüber den größeren Unternehmen abzubauen, in denen diese Leistung schon lange erfolgreich angeboten wird, hatten 2018 das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Dachverband der Betriebskrankenkassen den Verband Region Rhein-Neckar beauftragt, ein Mitarbeiterunterstützungsprogramm für kleinere Unternehmen und Verwaltungen aufzubauen. Am 21. Oktober 2019 wurde hierfür der Verein "Mitarbeiterunterstützungsprogramm MUP Rhein-Neckar e.V." in Mannheim gegründet. Das einmalige Leuchtturmprojekt ist Vorreiter, um ähnliche Angebote deutschlandweit auszurollen.

Neben dem Verband Region Rhein-Neckar sind folgende Gründungsmitglieder an Bord: die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, der Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar, der Kreisverband Metropolregion Rhein-Neckar des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschland (BVMW), der Landesverband Baden-Württemberg des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), der Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland des Bundes der Selbstständigen (BDS), das SRH Bildungswerk Neckargemünd, die BKK Pfalz und die pronova BKK.

Online- oder Telefonberatung für Beschäftigte in Mitgliedsunternehmen

Der Verein will nun in der Region ein niedrigschwelliges und kostengünstiges Unterstützungsangebot aufbauen. Kernstück ist die anonyme Beratung per Chat oder Telefonhotline für die Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen sowie ihre Angehörigen. Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ bieten die Fachberaterinnen und Fachberater eine kurzfristige und lösungsorientierte Unterstützung zu allen Lebensthemen an, sie fungieren als Lotsen bei der Orientierung im Sozialversicherungssystem oder vermitteln schnellstmöglich zu anderen Hilfsangeboten weiter. Führungskräfte erhalten auf Wunsch fachliche Unterstützung im Umgang mit psychisch belasteten oder anfälligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Der Vorteil dieses Beratungsansatzes: Mitarbeitende in Problemlagen finden schnell Unterstützung. Das trägt dazu bei, ihre Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern und damit auch ihre Erwerbsfähigkeit. Die Mitgliedsbetriebe profitieren von weniger Arbeitsausfällen. Die statistische Auswertung der Belastungsthemen zeigt ihnen zudem, wo vermehrt Handlungsbedarf besteht.