Neuer Blick auf alte Fehlerkultur

| Neues aus dem Projekt

Warum dieses Projekt? (Ausgangspunkt)

Das Thema Fehlerkultur spielt in allen Bereichen der Arbeit täglich eine Rolle – egal ob man Führungskraft, Mitarbeiter oder Mitarbeiterin ist. Doch obwohl es eine so große Rolle spielt, herrscht in den meisten Verwaltungen Unklarheit darüber, welche Art der Fehlerkultur denn nun angestrebt werden sollte und wie die Mitarbeitenden diese in ihrer alltäglichen Arbeit umsetzen können. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Landeshauptstadt München  hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, einen ganzen Tag der Fehlerkultur zu widmen und hierbei speziell Führungskräfte der Landeshauptstadt München sowie externe Akteure der Stadtverwaltungen in ganz Deutschland und Österreich einzuladen.

Ziel war es, durch unterschiedliche Arten von Input und gemeinsamer Arbeit einen anderen Blick auf das Thema "Fehler" zu ermöglichen. Den Anfang machten dabei zum Einen der Poetry Slam Künstler Nektarios Vlachopoulos und zum Anderen der Pilot Philip Keil. In ihren Beiträgen zeigten sie auf, dass man Fehlern manchmal humorvoll, manchmal aber vor allem entschlossen und mutig begegnen muss. Am Nachmittag erarbeiteten die externen Gäste in Kleingruppen praktische Vorschläge, wie das Thema "Fehlerkultur" den Weg in die Arbeit der städtischen Verwaltungen finden kann.

Der Expertenworkshop Fehlerkultur: Unser Vorgehen

Der Workshop hatte das Ziel, nicht nur über Fehlerkultur zu diskutieren, sondern gemeinsam mit den Teilnehmenden praktische und sofort umsetzbare Lösungen zu erarbeiten. Um das weite Feld der Fehlerkultur besser bearbeiten zu können, haben wir uns dazu entschlossen, eine besondere Methode auszuprobieren - das sogenannte Design Thinking. Diese Methode ist eine Kombination aus festem Ablauf und gleichzeitiger Anwendung von kreativen Techniken, die am Ende des Prozesses die Generierung von sogenannten Prototypen ermöglicht.

Der Ablauf war dabei folgender: In vier sogenannten Sprints arbeiteten sich die Teilnehmenden von einem allgemeinen Problem hin zu einer konkreten Fragestellung, die dann mit konkreten Vorschlägen gelöst werden sollte.

Die Sprints teilten sich dabei auf in

  1. Problemdefinition
  2. Nutzerdefinition
  3. Lösungsvorschläge
  4. Prototypenbau

Jede Gruppe arbeitete dabei mit sogenannten Kapa-Boards, auf denen die einzelnen Schritte für jeden Sprint abgebildet waren. Jeder Sprint dauerte 20 Minuten und die jeweiligen Ergebnisse wurden schriftlich auf Post-Its festgehalten und in den nächsten Sprint eingebaut. Die Prototypen können dann auf unterschiedlichste Weise umgesetzt bzw. gebaut werden. Unsere Gruppen entschieden sich für die Präsentation eines Konzeptes, ein Rollenspiel sowie eine Live-Demonstration eines besonderen Fehler-Meetings.

Was haben wir gelernt:

So unterschiedlich die Präsentation der einzelnen Gruppen waren, wurde dennoch schnell deutlich, dass Kommunikation das entscheidende Element für alle im Umgang mit Fehlern ist.

Unsere zentrale Erkenntnis ist daher, dass ein maßgeblicher Erfolgsfaktor der gegenseitige Austausch zwischen Mitarbeitenden und Führungskraft ist. Beide Seiten müssen im Zuge der Selbstverantwortung und des guten gemeinsamen Arbeitens den regelmäßigen Austausch suchen und versuchen, so offen wie möglich über Fehler zu sprechen.

Bezüglich unseres Vorgehens können wir festhalten, dass die Design Thinking Methode grundsätzlich gut funktioniert hat. Obwohl die Mehrzahl der Teilnehmenden noch nie zuvor damit gearbeitet hat, war die Methode für alle leicht anwendbar. Allerdings fordern die einzelnen Sprints die Gruppen heraus und daher ist die Unterstützung der Moderatoren und Moderatorinnen in den einzelnen Gruppen auf jeden Fall zu empfehlen. Obwohl die Zeitvorgaben streng sind und sich einige Gruppen sicherlich mehr Zeit für einzelne Sprints gewünscht hätten, funktionierte der Bau und die Umsetzung der Prototypen sehr gut. Mögliche Verbesserungsvorschläge für eine nächste Durchführung sind:

  • konkretere Vorgabe der Problemstellung, um leichter in die Lösungsfindung zu kommen
  • homogene(re) Zusammenstellung der einzelnen Gruppen

An sich bleibt aber festzuhalten, dass Design Thinking eine geeignete Methode für Gruppen bis zu acht Teilnehmenden ist, es schnelle und praktikable Lösungen generiert sowie durch den Einsatz von kreativen Techniken einen abwechslungsreichen Workshop garantiert.

Was folgt aus den Ergebnissen:

Wir planen Anfang 2020 einen Austausch mit den Workshop Teilnehmenden, inwiefern sie die entworfenen Prototypen in ihrer alltäglichen Arbeit einsetzen konnten und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Außerdem planen wir weitere Veranstaltungen zum Thema Fehlerkultur und möchten hier u.a. der Kommunikation einen Schwerpunkt einräumen.