Demografie und BGM: Was kann Gesundheitsmanagement zukünftig zur Bewältigung des demografischen Wandels beitragen

| Neues aus dem Projekt

Für psyGA plant das Ministerium der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit weiteren beteiligten Kommunal- und Landesverwaltungen einen weiteren Workshop mit und für Expertinnen und zum Thema Demografie und BGM durchzuführen.

Warum dieses Projekt?

Der demografische Wandel ist ein Thema, das fast alle Aspekte des Personalmanagements betrifft. Das Behördliche Gesundheitsmanagement (BGM) kann hier durch seine Querschnittsaufgabe wichtige Beiträge leisten, z.B. durch die Vernetzung verschiedener Themen und Fachbereiche.

Außerdem wurde ein Mangel an Veranstaltungen wahrgenommen, bei denen sich Gesundheitsmanager und Personaler als Expertinnen und Experten in eigener Sache mit Fachleuten in thematischer Hinsicht (hier: Demografie) auf Augenhöhe und „in die Tiefe“ austauschen können.

Der Expertenworkshop Demografie: Unser Vorgehen

Zusammen mit einer Expertin, Anja Wilhelm von der Firma aktiVital, und einem Experten, Hans-Jürgen Dorr, Vorsitzender des Demografie-Experten Vereins e.V., wurde ein Format mit wenig Input und viel Austausch umgesetzt. Nach kurzen Einführungsvorträgen der beiden Fachleute und des Gastgebers wurde in zwei Runden mit zwei Gruppen á 25 Personen unter alternierender Moderation gearbeitet. In der ersten Runde wurden die aktuellen Herausforderungen angesichts der demografischen Entwicklung zusammengetragen, in der zweiten Runde ging es um mögliche Beiträge des BGM zu deren Bewältigung. Die Gruppen diskutierten einmal in parallelen Kleingruppen und einmal im sogenannten „Fishbowl“-Format - eine Kleingruppe im Innenkreis diskutiert das Thema, der Außenkreis hört zu, darf sich aber jederzeit selbst in den Innenkreis „auswechseln“. Am Ende wurden alle Ergebnisse zusammengetragen und per Mentimeter online, aber anonym, für alle sichtbar kommentiert.

Was haben wir gelernt:

Insgesamt wurden viele spannende BGM-und-Demografie-Ansätze intensiv diskutiert, wie die Zusammenarbeit der Generationen, die gesundheitsförderliche Führung, Einbindung des BGM in Change-Management-Prozesse, notwenige Verbesserungen des Arbeitsumfeldes (Stichwort: moderne Bürolandschaft), Unterstützungsangebote bei der Pflege von Angehörigen, Bereitstellung psychosozialer Beratungsangebote, etc.

Die wichtigste Erkenntnis des Tages war dann aber, dass es angesichts der vielfältigen Herausforderungen und der vielen diskutierten Ansätze, diesen zu begegnen, in allererster Linie einer übergreifenden Demografiestrategie der Behörden bedarf. Aus dieser sollten sich die Aufgaben des BGM ableiten. Nur so können die in der Regel begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen des BGM nachhaltig wirksam werden. Ein quasi „wahlloser“ Aufgriff der vielen BGM-Einzelthemen dagegen überfordert die meisten BGM-Stellen und es besteht Gefahr, sich zu „verzetteln“.

Was folgt aus den Ergebnissen:

BGM strategischer angehen, auf allen Ebenen - so könnte man die Quintessenz der Teilnehmenden auf die Frage „Wie geht es nun weiter?“ formulieren. Als weitere Anstöße wurden die Fokussierung des BGM auf Schwerpunktthemen, die Qualifizierung von Führungskräften für das Thema Demografie und der Wunsch, sich weiter zu vernetzen und einfach immer am Ball zu bleiben, genannt.

Ebenfalls wurde die Wiederholung des als sehr wertvoll erlebten Austausches von den Teilnehmenden vorgetragen.