Wer in der Altenpflege tätig ist, hat sich für ein sinnstiftendes, aber auch forderndes Berufsfeld entschieden. Die Nähe zu den Menschen und die enge Zusammenarbeit im Team machen den Pflegeberuf für viele zu einer erfüllenden Arbeit. Zugleich stellen unregelmäßige Arbeitszeiten, fehlende Erholung und emotional fordernde Beziehungsarbeit tagtäglich hohe Ansprüche.

Die gute Nachricht lautet: Als Einrichtungs- und Wohnbereichsleitung können Sie die Gesundheit und das Wohlbefinden in Ihrem Team entscheidend stärken. Selbst im stressigen Arbeitsalltag können schon kleine Veränderungen zum Beispiel bei der Dienstplangestaltung, der Zusammenarbeit im Team oder dem Umgang mit Konflikten viel bewirken. Das Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyGA“ unterstützt Sie dabei.

Gesunde Mitarbeitende machen sich bezahlt

Studien zeigen: Jeder vom Betrieb in Gesundheitsprävention investierte Euro spart langfristig zwischen zwei und zehn Euro ein. Gesundheitsförderliche Maßnahmen nutzen also nicht nur den Beschäftigten, sondern zahlen sich auch für die Einrichtung aus.

Das Projekt psyGA unterstützt Sie

psyGA zeigt Ihnen, wie Sie die Gesundheit, Zufriedenheit und damit auch die Motivation Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten können. Zum Beispiel durch die Gestaltung gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen, einer mitarbeiterorientierten Führung und die Sensibilisierung für einen gesunden Lebens- und Arbeitsstil. Auch wenn das erst einmal nach viel Arbeit klingt: Es lohnt sich!

„Pflegen und Arbeiten – wie die Doppelbelastung leichter fällt“

Praxisbeispiel der Stadt Mönchengladbach GmbH

Spätestens am Ende der eigenen Berufslaufbahn werden die meisten Beschäftigten mit pflegebedürftigen Angehörigen konfrontiert. Die Doppelbelastung von Beruf und Pflege kann auf Dauer zum Kraftakt werden.

Das 2013 gegründete „Netzwerk pflegend Beschäftigte” berät Angehörige pflegebedürftiger Menschen im Balanceakt zwischen Beruf und Familie. Über 20.000 Menschen konnten bislang mit dem Angebot erreicht werden. Damit auch die eigene Belegschaft gesund bleibt, macht die Sozial-Holding Mönchengladbach seit einigen Jahren auch die psychische Gesundheit verstärkt zum Thema. Mit sieben Pflegeheimen und 900 Beschäftigten gehört sie zu den größten Arbeitgebern der Stadt.

Unsere Angebote für Sie!

Erfahren Sie mehr zum Thema durch unsere vielfältigen psyGA-Angebote. Lernen Sie Ihre aktuelle Situation anhand eines Kurzchecks einzuschätzen oder nutzen Sie unser eLearning-Tool. In unseren Handlungshilfen finden Sie zudem wertvolle Hilfestellungen und Praxisbeispiele.

Kurzcheck

Kurzcheck: Beziehungsarbeit in der Pflege

Menschen helfen, beraten, sie behandeln, betreuen oder begleiten: Neben körperlicher Arbeit und intellektuellen Leistungen sind es vor allem soziale Interaktionen, die besondere Anforderungen an Beschäftigte stellen. Hier sind Empathie und Sensibilität gefragt. Das macht den besonderen Reiz und die Sinnhaftigkeit der Tätigkeiten aus. Diese Art der Arbeit ist aber auch gleichzeitig ein Risiko für die eigene Gesundheit.

Wenn die eigenen Gefühle auf der Strecke bleiben, kann das emotionalen Stress auslösen. Wer belastende Emotionen auf Dauer verdrängt, unterdrückt oder nicht verarbeitet, tut sich selbst nichts Gutes. Auf lange Sicht können unbearbeitete Emotionen zu hohen psychischen Belastungen oder gar Erkrankungen führen. Das muss nicht sein. Machen Sie jetzt den Kurzcheck, um herauszufinden, in welchen Bereichen Sie in Ihrer Einrichtung bei der Beziehungsarbeit etwas verbessern können.

Zum Kurzcheck

Handlungshilfe

Handlungshilfe: Lösungen und Tipps für Pflegeeinrichtungen

Vielleicht kennen Sie das: Sie kommen morgens in Ihre Einrichtung, die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner ist gerade in vollem Gange. Auf Ihrem Schreibtisch finden Sie die Kündigung einer von Ihnen sehr geschätzten Wohnbereichsleitung und zwei AU-Bescheinigungen für diese Woche. Das Telefon klingelt und der verärgerte Sohn einer Bewohnerin beschwert sich darüber, dass seine Mutter noch im Bett liegt. Dann steht der MDK vor der Tür ...

Sie als Einrichtungs-, Pflegedienst- oder Wohnbereichsleitung stehen vor der besonderen Herausforderung, vielfältigen Anforderungen von allen Seiten gerecht zu werden. Insbesondere unregelmäßige Arbeitszeiten, fehlende Erholung, emotional fordernde Beziehungsarbeit, Zeitdruck, hohe Verantwortung und natürlich die Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige stellen tagtäglich hohe Ansprüche an Sie.

Wie Sie dazu beitragen können, die Gesundheit Ihrer Beschäftigten und die eigene Gesundheit zu erhalten, zeigt die Handlungshilfe „Kein Stress mit dem Stress. Lösungen und Tipps für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen“. Themen wie eine gute Arbeitsorganisation, ein gesundes Miteinander im Kollegenkreis und den Bewohnern sowie eine mitarbeiterorientierte Führung spielen hierbei eine zentrale Rolle. Die insgesamt neun Kapiteln zeigen, wie die Leitung ein gesundes Miteinander unterstützen und auf einen konstruktiven Umgang mit Konflikten einwirken kann.

Die Broschüre bietet unter anderem Kurzchecks in jedem Kapitel, mit denen sich ganz einfach herausfinden lässt, was in den Einrichtungen bereits gut läuft und wo noch Handlungsbedarf besteht. Praxisbeispiele mit Tipps „von Pflegenden für Pflegende“ zeigen, wie eine mitarbeiterorientierte Führung und die Sensibilisierung für einen gesunden Lebens- und Arbeitsstil gelingen können.

Zahlreiche Arbeitshilfe zum Heraustrennen helfen dabei, die Maßnahmen aktiv umzusetzen. Die Handlungshilfe wurde gemeinsam mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH der AOK Rheinland/Hamburg entwickelt und sozialpartnerschaftlich begleitet.

Zur Handlunghilfe

eLearning

eLearning-Tool: Der gesunde Betrieb – Los geht’s!

Nur wer gesund ist und sich wohl fühlt, ist leistungsfähig und motiviert. Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes kann dazu beitragen, dass die Mitarbeitenden gesund bleiben. Gesundheit am Arbeitsplatz ein wichtiges Thema für Unternehmen jeder Größe.

Aber gerade klein- und mittelständische Unternehmen fühlen sich oft überfordert bei der Frage, wie sie das Thema Gesundheit im eigenen Betrieb angehen sollen. Was ist gesetzlich vorgeschrieben? Was ist darüber hinaus sinnvoll oder weniger sinnvoll? Wie sollte man vorgehen, um sich dem Thema systematisch und nachhaltig anzunehmen? Vor diesen Fragen stehen viele Unternehmen und Organisationen.

Gefragt sind kompakte und verständliche Informationen, die einen leichten Einstieg in die Thematik ermöglichen. Für diesen Zweck hat psyGA ein eLearning-Tool entwickelt, das sich gezielt an Unternehmer und Personalverantwortliche in kleinen und mittleren Betrieben richtet. Das Tool veranschaulicht den schrittweisen Aufbau eines gesunden Unternehmens und behandelt dabei zunächst die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung sowie gesetzliche Pflichten zu Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin und Betrieblichem Wiedereingliederungsmanagement. Im Anschluss zeigt es, wie Unternehmen auch mit kleinen Mitteln ein Betriebliches Gesundheitsmanagement etablieren können. Das Tool bereitet alles Wissenswerte zu den einzelnen Bereichen auf und ermöglicht den Nutzern einen schnellen Einstieg in das Thema.

Das eLearning-Tool wurde gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin der RWTH Aachen University entwickelt und kann kostenlos und ohne Registrierung direkt hier genutzt werden.

Zum eLearning-Tool